Schwer im Kommen: Schwedischer Stein veredelt dein Zuhause

Ob als Fliesen im Bad, als Esstisch oder Bodenbelag: Natursteine aus Schweden sind nicht nur jahrtausendalte Schätze, sondern bringen auch die Natur in dein Zuhause. Wir haben mit Interior-Designerin Rebecka Hamoz von Östersjösten über Steine und ihre Wirkung auf unser Wohngefühl gesprochen.

Östersjösten – das klingt nicht nur melodisch, sondern bedeutet „Ostsee-Stein“ und das ist genau das, was man bekommt: Marmor oder Kalkstein von der schwedischen Ostküste an der Ostsee. Das schwedische Unternehmen hat sich auf schwedische Steine spezialisiert, baut sie ab und macht aus ihnen einzigartige EInrichtungsgegenstände, Fliesen oder Steinplatten für Dein Zuhause. Die Steinvorkommen in Schweden sind groß, die Möglichkeiten, wie sie in unserem Zuhause eingesetzt werden können, ebenfalls. Wir haben mit Interior-Designerin Rebecka Hamoz von Östersjösten gesprochen und sie verrät uns die Philosophie hinter ihrer Steinkollektion und zeigt ein paar besondere Beispiele.

Kalkstein von den Ufern des Vätternsees in Östergötland. In dem Muster findet sich ein Hauch von Grün- und Brauntönen sowie fossile Abdrücke. Wird die Oberfläche gehobelt, ist sie rauer und natürlicher, als wenn sie gebürstet oder sogar geschliffen wird. Gehobelter Stein erhält mit der Zeit eine schöne Patina. Die gebürstete Behandlung verleiht der Oberfläche eine unregelmäßige, weiche Textur, die den rustikalen Ausdruck noch verstärkt.

 

Hejsson: Natürliche Materialien im Wohnbereich sind groß im Kommen. Was ist das Faszinierende an Stein in der Wohnung?

Rebecka Hamoz: Menschen haben eine enge Verbindung zur Natur, schon seit Urzeiten, die an entspannte Spaziergänge im Wald oder am Strand erinnert. Diese Erfahrung kann man durch natürliche Materialien im Innenbereich nachbilden, indem man weniger auf künstlichen Substanzen wie Plastik oder Keramik setzt. Natürliche Materialien wie Holz und Stein verändern sich im Laufe der Zeit, weil man ihnen Abnutzung und Gebrauch ansieht. Wir finden, dass diese Transformation positiv ist, weil sie dem Material eine einzigartige Schönheit verleiht. Aus dieser Perspektive ist eine Kratzspur auf Kalkstein kein Fehler, sondern ein Zeichen des Lebens, die unsere Menschlichkeit widerspiegelt. Wir sind unvollkommen, wir altern, und es liegt eine verborgene Schönheit in diesem Prozess.

Stein ist nicht gleich Stein, es gibt ja große Unterschiede…

Ja, wir glauben auch, dass natürliche Materialien alle Sinne ansprechen, nicht nur den visuellen Sinn. Trotz der Härte von Kalksteinfliesen können subtile Unterschiede wahrgenommen werden. Unsere Hände und Füße, so empfindlich wie sie sind, können die Glätte, etwaige Fossilien oder Unebenheiten richtig spüren.

Über diesen sinnlichen Aspekt hinaus gibt es auch das ästhetische Element – Stein wirkt anders als andere Materialien. Wo wird Stein in Wohnbereichen eingesetzt?

Naturstein ist das ideale Material, um jedes Zuhause oder jeden Innenraum zu veredeln. Er kann als Trenner fungieren, verschiedene Bereiche voneinander abgrenzen, auffällige Statements setzen, wenn er etwa in Mustern angeordnet ist, oder als Mittelpunkt eines Raums fungieren. Er kann dem Raum auch etwas Fließendes verleihen, weil sich jede Fliese nahtlos von einer Seite des Raums zur anderen bewegt. Marmorverkleidete Türen können den Übergang von Raum zu Raum markieren, ganz zu schweigen von der sinnlichen Erfahrung, in einer Dusche mit einem Boden aus Natursteinen zu stehen. Unabhängig davon, wie die Steine installiert werden, ist jede Fliese einzigartig und trägt eine Erinnerung in sich, die zu atmen scheint. Es ist, als ob ein Raum eine eigene Lebenskraft besitzt, die uns hilft, authentische Momente zu schaffen und zu erleben.

Beim Duschen auf dem Kalkstein Borghamn von den Ufern des Vätternsees in Östergötland zu stehen, sorgt für ein ganz besonderes Duscherlebnis: denn man weiß, dass die Füße jahrtausendalten schwedischen Stein berühren.

 

Welche Steine kann man an der schwedischen Ostküste finden?

Schweden verfügt über eine große Vielfalt sowohl an Kalkstein als auch an Marmor. Im schwedischen Grundgestein finden wir die weltweit ältesten und härtesten Marmorsorten: Kolmårdsmarmor, Ekebergsmarmor und Brännlyckan. Was diese Marmorsorten so einzigartig macht, ist ihre natürliche Farbpalette; trotz des Marmors ähnelt der Stein stark den Farben des Waldes mit sanften und ruhigen Übergängen.

Und der Kalkstein?

Schwedischer Kalkstein ist reich an Korallen und Fossilien, und unser ältester Stein aus Jämtland im Norden Schwedens entstand vor über 465 Millionen Jahren. Er ist der älteste und härteste Kalkstein in Europa. Die Farben unserer Kalksteine variieren von intensivem Schwarz über tiefes Burgunderrot, Braun, Grau bis hin zu gesprenkelten Mustern. Unsere Kalksteine von der Insel Gotland waren einst ein Korallenriff südlich des Äquators, und als sich die Erde verschob, bildeten sie einen Teil Skandinaviens. Daher ist unser hellbeiger Kalkstein von Gotland voller fotografischer Abdrücke von Korallen und zudem ein sehr harter und dickgeschichteter Kalkstein. Der Vorteil: Wir können ihn in größere Platten schneiden.

Mal ganz praktisch: Wie kommen die schwedischen Steine nach Deutschland?

Das ist ganz einfach: Man kann über unsere Website Muster der Steine bestellen, die einem gefallen. Wenn man sich für einen Stein entschieden hat, kann man ihn über unsere Website bestellen. Wir haben eine feste Versandkostenpauschale von 200 Euro für alle Bestellungen nach Deutschland, unabhängig von der bestellten Menge. Wir liefern dann innerhalb einer Woche. Wir bieten auch fachkundige Beratung für Installation, Wartung und Pflege sowie eine vollständige Palette von zugehörigen Produkten für optimale Ergebnisse.

Dieses Privathaus wurde vom Architekten Max Holst entworfen. In Bad und Küche ist der Östersjösten Kalkstein Lindanäs verarbeitet. Er hat einen warmen grauen und neutralen Farbton mit einem schönen Muster und lebendigen Marmorierungen, die durch fossile Abdrücke entstehen. Dieser Stein eignet sich für jeden Raum und gehört zu den Bestsellern. Auch wenn er nicht aus Schweden, sondern aus Tallinn in Estland kommt. Die Möbel stammen übrigens vom Stockholmer Möbelhersteller Massproductions.

Wie Stein in der Villa Strömma für den besonderen Look sorgt

Das Grundstück der privaten „Villa Strömma“ hat eine fantastische Lage auf einer Klippe direkt neben dem Strömma-Kanal im Schärengarten von Stockholm. Weil das Grundstück faszinierende Höhenunterschiede aufweist, haben sie den Entwurf des Hauses mitbestimmt: ein einstöckiges Haus inmitten von Baumkronen, das über die Klippe hinausragt. Für die Inneneinrichtung war Innenarchitektin Rebecka Haymoz verantwortlich.

Im L-förmigen Haupthaus befindet sich im „Flügel“ das private Schlafzimmer, während sich die Küche und das Wohnzimmer sowohl zur Aussicht als auch zum Innenhof hin öffnen. Die großzügigen Deckenhöhen und die verglasten Wände laden die umgebende Natur ins Haus ein. Das Haupthaus umschließt zusammen mit dem Nebenhaus einen ruhigen japanischen Innenhof, der die verschiedenen Teile des Hauses miteinander verbindet und einen charakteristischen Raum mit freiliegenden Felsen schafft. Die Gebäude sind mit vertikalen schwarzen Holzpaneelen und Dächern aus schwarzem Blech verkleidet.

Das großzügige Raumgefühl im Wohnbereich und in der Küche wurde durch installierte Deckenbalken unterstrichen, die in einer warmen braunen Eiche gebeizt sind. Der gleiche Farbton findet sich bei den großen Fenstern wieder, die den Panoramablick auf den Kanal und den Innenhof freigeben. Für die Wände und Decken wurde ein heller Grauton gewählt, in den Bücherregale und Schränke eingebaut und in derselben Farbe gestrichen wurden, damit sie optisch mit der Wand verschmelzen. Die Bäder wurden mit dem Bestseller Lindanäs Kalkstein verkleidet, er greift stimmungsvoll das Licht- und Schattenspiel aus der Umgebung auf. Die Fensterbänke wurden im selben Stein verlegt.

Und wenn man von der Villa Strömma hinaus in die Natur blickt, dann schaut man ebenfalls auf Felsen. So schließt sich der Kreislauf der Natur auf elegante Weise.

 

Fotos: Östersjösten (5), Massproductions (4), MOG Studio (2), Mia Takahara (1)

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