In Schweden beginnt jetzt der Novent

Ja, es ist erst November und Weihnachten noch viele Wochen hin, aber ein Hauch der weihnachtlichen Jahreszeit darf trotzdem schon langsam einziehen: In Schweden beginnt der Novent nämlich jetzt!

In Schweden ist der November der Monat, indem die Winterdunkelheit so richtig zuschlägt: die Zeitumstellung macht, dass die Sonne schon am Nachmittag untergeht. Der goldene Herbst weicht dem Novembergrau und zwar viele Wochen, bevor die glänzenden Festtage beginnen. In Schweden gibt es daher den „Novent“, eine Wortneuschöpfung aus „November“ und „Advent“ – und er meint genau das: die gemütliche düftende, lichtervolle Adventszeit einfach schon früher, im November, beginnen zu lassen. Denn der November wird so nicht nur schöner, sondern man hat auch viel länger etwas vom Weihnachtszauber.

Erst November – beginnt jetzt schon Weihnachten?

Früher fing Weihnachten in Schweden meist erst an Heiligabend an, wenn in der Nacht vor dem Fest der Weihnachtsbaum aufgestellt und das Zuhause geschmückt wurde. Heute beginnt die Weihnachtszeit gefühlt schon im November und endet auch nicht gleich an Heiligabend.

Denn die Menschen wollen es sich schöner machen zuhause, dem langen, dunklen Winter etwas entgegensetzen. Und es hängt vielleicht auch damit zusammen, dass Weihnachten kein eindeutig religiöses Fest mehr ist und man schon vorher „feiern“ darf.

Auch in Schweden gibt es viele, die finden, Weinachten sei erst im Dezember und es sei doch gerade das Schöne daran, dass Weihnachten tatsächlich erst am 24. Dezember stattfindet. Aber wer schon im November die ersten kleinen Stellen in der Wohnung dekoriert, hat einfach ein wenig länger etwas von Weihnachten: „Fixar i november, chillar i december“, bedeutet so viel wie: Vorbereiten im November, im Dezember entspannen! Klingt gut, oder?

Was ist Novent? Eine kleine Portion Weihnachten im November

Novent heißt nicht, bereits die gesamte Weihnachtsdekoration auszupacken. Es geht vielmehr um die Dinge, auf die wir uns in der dunklen Jahreszeit freuen: Kerzen, gemütliche Kissen und Decken, Kränze, Orangen, vielleicht die ersten Weihnachtslieder hören, Schmorgerichte und große Tassen Kaffee mit Kardamom.

Es ist diese besondere Zeit, wenn die Dunkelheit sich über das Land legt und der Winter spürbar kälter und unwirtlicher wird. Deshalb beginnt die gemütlichste Zeit des Jahres für viele schon im November. Und mittlerweile ist Novent in ganz Schweden ein Begriff. Tatsächlich ranken ab dem 1. November die ersten Lichterketten über die Gartenzäune und Hecken, die ersten Weihnachtssterne leuchten in den Fenstern und überall werden mehr Kerzen aufgestellt. Im Novent stimmen wir uns ganz langsam auf Weihnachten ein – mit winterlichen Aromen, zarter Deko, Kerzenschein und stimmungsvoller Musik. Es ist eine Zeit ganz ohne feste Traditionen oder Erwartungen – und jeder darf es genauso halten wie er mag. Vielleicht ist das auch der Grund, weshalb so viele Menschen Novent für sich entdeckt haben. Man darf die Vorweihnachtszeit ganz nach den eigenen Vorstellungen gestalten: mit den persönlichen Lieblingsrezepten, vielleicht dem einen oder anderen Weihnachtsfilm oder ein paar ersten Weihnachtsliedern.

Novent ist Gemütlichkeit und noch nicht Weihnachten

Lass den Weihnachtsbaum ruhig noch weg, es braucht auch keine Engel oder andere aufwändige Deko. Denn eines soll der Novent uns nicht nehmen: die Vorfreude und die Magie des Wartens auf Weihnachten. Gerade in unserer schnelllebigen, digitalen Welt brauchen wir Dinge, auf die wir uns freuen können.

Die schönsten Novent-Ideen für einen gemütlichen November

Wie lässt sich Novent ganz einfach im Alltag umsetzen? Die Idee ist eigentlich ganz einfach: Im Dezember warten oft Weihnachtsfeiern, Jahresabschlüsse, Geschenke-Marathon, Familientreffen und viele andere Termine. Da bleibt manchmal bleibt kaum Zeit, die Adventszeit wirklich zu genießen. Daher gönne dir im November schon die gemütlichen Momente, für die im Dezember vielleicht keine Zeit bleibt.

  1. Winterschmuck statt Weihnachtsdeko

Lass den Weihnachtsschmuck noch in den Kisten, denn jetzt kommt in Schweden der „Vinterpynt“, der Winterschmuck raus! Das dürfen helle, große Papiersterne sein, ob beleuchtet im Fenster oder als Wandschmuck oder über Türen. Auch bunte Herbstblätter oder Vogelbeeren als Girlande markieren den Übergang vom Herbst in den Winter. Zum Winterschmuck gehören etwa auch Kränze an den Haustüren, Windlichter im Garten mit echten Kerzen, Tannenzweige in Blumenkästen am Hauseingang.

  1. Stelle viele Kerzen auf

Kerzen in verschiedenen Längen, in hübschen Kerzenständern sorgen jetzt für warmes Licht und extra viel Gemütlichkeit. Stelle sie beispielsweise treppenartig nebeneinander, so dass sie eine kleine Pyramide bilden. Kerzen lassen sich zudem perfekt mit anderen Lichtquellen kombinieren: eine kleine Stehleuchte beim Sessel, eine Leuchte auf dem Fensterbrett, eine Tischleuchte statt Deckenleuchte über dem Esstisch.

  1. Kuscheldecken, Kamin und Wärmflasche

Wenn du einen offenen Kamin zu Hause hast, hast du beste Voraussetzungen für extra viel Gemütlichkeit – aber weil das nicht jeder haben kann: Gemütliche Kuscheldecken, flauschige Kissen und eine Wärmflasche für kalte Füße ist die Basisausstattung. Ergänze sie unbedingt mit einem warmen Getränk, vielleicht mit Zimt, heißem Apfelsaft, Kardamom oder Orangescheiben drin?

  1. November-Fika

Im Herbst und Winter trifft man sich gerne zu Hause, lade doch Freunde oder Familie zu einer November-Fika ein: ein heißer Kaffee, heißer Bratapfel, Gebäck oder hübsch angerichteten Leckereien ist eine wunderbare Möglichkeit, Zeit miteinander zu verbringen, ohne den ganzen Abend verplanen zu müssen.

  1. Schwedische Lebkuchen – nicht nur an Weihnachten

Darf man eigentlich das ganze Jahr über Lebkuchen essen? Absolut! Denn die schmecken auch außerhalb der Festtage toll.  Schließlich gibt es bestimmte weihnachtliche Aromen, die auch außerhalb der eigentlichen Festtage wunderbar schmecken. Probiere doch mal dieses Rezept für Pepparkakor oder für diesen weichen Gewürzkuchen!

Die Vorfreude auf Weihnachten beginnt jetzt!

Vielleicht ist das Schönste an Novent, dass es nichts zu erledigen gibt. Keine Liste, die abgehakt werden muss, und keine Dekoration, die jetzt gebastelt werden muss – aber kann! Es geht darum, den eigenen vier Wänden und dem Alltag ein wenig mehr Wärme zu schenken – genau dann, wenn die Welt draußen stiller wird. Ein gemütlicher Abend mit Kerzenlicht, Zimtduft – es braucht nicht viel. Denn bis der Weihnachtsbaum einzieht, dauert es noch ein Weilchen und bis dahin genießen wir den Zauber des Dazwischen: einen November voller Licht, Natürlichkeit und kleiner Glücksmomente.

Fotos: Hejsson

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