„Wir Skandinavier machen den Alltag mit kleinen Ritualen besonders“

Stina Bothilde und ihr Mann Thomas leben mit ihren beiden Kindern eigentlich in Kopenhagen – mit ihrem Wochenendhaus haben sie sich einen kleinen Rückzugsort geschaffen, um Luft zu holen vom Alltag, vom Großstadtleben. Kommt mit!  

Große Fensterfronten, eine offene Küche und ganz viel Leichtigkeit in der Einrichtung – in Stines Sommerhaus (das man ganz fantastisch auch im Winter bewohnen kann) fühlt sich gleich alles viel leichter an. Und das geht nicht nur uns so: „Wenn ich unser Zuhause in drei Worten beschreiben müsste, wären es: warm, farbenfroh und persönlich“, sagt Stina und führt uns durch das Häuschen. Es liegt genau zwischen Vig und Høve in Odsherred in einem Garten, nicht weit vom Meer. Draußen gibt es einen Kletterbaum und Spielzeug für die Kinder, aber auch Liegestühle und jede Menge Abendsonne. Hier verbringt die Familie viel Zeit. Auch wenn ihr Zuhause in Kopenhagen ebenfalls ein echtes Schmuckstück ist.

„Wir Skandinavier sind ziemlich gut darin geworden, durch kleine, einfache Rituale einen ganz gewöhnlichen Tag besonders machen zu können.“

Die Einrichtung im Wochenendhaus trägt die Handschrift von Stinas Vorliebe für Flohmarktfunde und ist eine Kombination aus klassischem Sommerhaus-Charme und persönlichen Details. Vielleicht ist es gerade diese Mischung, die den skandinavischen Stil so charmant macht. „Und, dass ein Zuhause nicht perfekt sein muss, um schön zu sein“, sagt Stina. „Ich glaube, beim skandinavischen Ansatz geht es sehr darum, eine Atmosphäre zu schaffen, statt einfach nur mit schönen Gegenständen zu dekorieren. Es geht um Licht, Komfort, Natur, Funktionalität und darum, Raum für den Alltag zu schaffen. Und ich glaube, wir Skandinavier sind ziemlich gut darin geworden, die Idee anzunehmen, dass kleine, einfache Rituale – eine Kerze anzuzünden, einen guten Kaffee zu machen, Blumen hereinzuholen – einen ganz gewöhnlichen Tag besonders machen können.“

Skandinavisch einrichten mit kleinem Budget

Auch mit kleinem Budget lässt sich einiges umsetzen. Stina setzt etwa auf Blumen und Zweige, eine der einfachsten Möglichkeiten, die Atmosphäre eines Raumes zu verändern, ohne viel Geld auszugeben. „Ich pflücke oft Blumen oder Zweige aus dem Garten oder der Natur in der Umgebung und hole sie ins Haus. Auch Farbe finde ich unglaublich wirkungsvoll. Man muss nicht gleich einen ganzen Raum renovieren – manchmal kann es die Atmosphäre völlig verändern, wenn man nur eine Wand, ein Möbelstück oder sogar ein kleines Detail in einer schönen Farbe streicht.“

Lieber die Kunst als die Möbel wechseln

Ihr bester Tipp: Lieber die Kunst als die Möbel verändern. „Ich kaufe nur selten neue Möbel oder dekoriere unser Zuhause komplett neu. Wenn ich einem Raum ein anderes Gefühl oder mit kleinem Budget einen neuen Ausdruck verleihen möchte, tausche ich normalerweise die Bilder an den Wänden aus. Das kann einen überraschend großen Unterschied machen, ohne dass man viele neue Dinge kaufen muss.“

Sommer und Winter: So verändert Stina ihr Zuhause mit den Jahreszeiten

Und sie richtet ein wenig nach den Jahreszeiten ein. Im Sommer mag sie es, wenn sich das Zuhause heller und entspannter anfühlt. Sie holt Blumen und Grün aus dem Garten ins Haus, verwendet leichtere Textilien und lässt das natürliche Licht den größten Teil der Arbeit übernehmen. „Im Winter nehme ich die Dunkelheit an, anstatt gegen sie anzukämpfen. Ich verwende mehr Lampen, Kerzen, warme Textilien und tiefere Farben. Das Zuhause wird dann etwas gemütlicher und fühlt sich mehr wie ein schützender Kokon an.“ Aber zu viel Deko sollte es auch nicht sein, sie habe nicht das Bedürfnis das Zuhause ständig zu verändern. „Das Einzige, was sich im Winter definitiv verändert, ist die Anzahl der Kerzen und Lampen. Wenn die Tage dunkler werden, zünde ich einfach mehr Kerzen an und schaffe eine wärmere Atmosphäre.“

 

Fotos: Stina Bothilde

 

Share: