Ein altes Farmhaus auf Öland, behutsam restauriert, liebevoll eingerichtet – und die schwedische Innenarchitektin Christin hat uns ihre Einrichtungsgeheimnisse verraten. Komm mit zur Hausführung!
Wer einmal auf der Insel Öland war, kennt dieses besondere Licht. Es liegt tief und breit über dem Land, spiegelt sich im Kalkstein und lässt alles irgendwie leuchten, vor allem an langen Sommerabenden. Genau in dieser Landschaft, zwischen weiten Ebenen, Ostseewind und ein paar Windmühlen am Horizont, liegt der Stenhuggarens Gård, ein alter Steinmetzhof. Viele Häuser erzählen Geschichten, aber dieses alte Farmhaus erzählt gleich mehrere – von Kalksteinarbeitern, einer behutsamen Restaurierung und davon, wie wunderbar Wohnen in Schweden aussehen kann. Sogar die schwedische Königsfamilie verbringt hier auf Öland gerne ihre Sommer. Und das Beste: Ihr könnt das Sommerhaus für euren Schwedenurlaub mieten!


Wie ein verfallener Hof zu einem der schönsten Ferienhäuser Ölands wurde
Innenarchitektin Christin und ihr Mann Ronny leben in Stockholm und entdeckten das Gehöft vor knapp zehn Jahren – leerstehend seit Jahren, abgeblättert und still. Sie sahen das Potenzial und machten sich an die Arbeit: eine lange, geduldige Restaurierung, mit ganz viel Liebe zum Detail. Nicht das große Durchreißen und Neuaufbauen, sondern das Freilegen: Was ist noch da? Was lässt sich retten? Was war das hier einmal?
Draußen: ist das noch Schweden, oder schon Mittelmeer?
Von außen ist das Haus weiß gekalkt, wie es für alte Bauernhäuser der Insel typisch ist. Drumherum Felder, Weite, das Geräusch von Wind. Zum Haus gehört ein Pool, der bei der Renovierung in den Garten gegraben wurde – mit Blick über die Ebene. Holzliegen davor. Ist das noch Schweden, oder schon irgendwo am Mittelmeer? Das fast schon mediterrane Flair steht dem schwedischen Haus ziemlich gut, oder?

Die Veranda: Wenn Eingangsbereich und Flur aussehen wie ein Wohnzimmer
Das Haus betritt man über die Veranda – einem hellen, holzverkleideten Raum. Die Wände sind mit weißem Paneel verkleidet, das Licht fällt weich herein. Rattanmöbel stehen hier, wie zum Empfang, man könnte sich auch gleich in die Kissen fallen lassen, wenn man nicht unbedingt das ganze Haus sehen wollen würde… Auf den Fensterbänken liegen Steine – gesammelt, gestapelt, als hätten Kinder sie gerade mit vom Strand hochgebracht. Es ist aber ein bisschen mehr als Deko, denn so ist das Haus mit seiner Umgebung noch mehr verbunden, nicht von ihr getrennt.



In der Küche finden sich die Farben von Öland wieder
Die Küche ist in sanftem Weiß-Grau gehalten. Die Fronten hat Christin in einem matten, gebrochenen Grau gewählt, das aus dem Kalkstein um das Haus herum zu kommen scheint. Wer morgens hier Kaffee kocht und durchs Fenster schaut, versteht sofort warum. Die Wände sind bis oben gefliest. Was steril wirken könnte, wird durch eine holzfarbene Arbeitsplatte der Kücheninsel aufgebrochen.
Christins Geheimnis beim Einrichten: „Bei der Einrichtung des Hauses war die Geschichte eine große Inspiration. Die Einrichtung des Hauses soll sich schön anfühlen, ohne steif zu wirken. Hier gibt es alles, was man braucht – Luxus, aber in seiner dezentesten und schlichtesten Form. Überall findet man kleine Details, die an die Geschichte des Ortes erinnern, und wenn ich von Gästen höre, dass sie ständig neue Dinge und Details zum Anschauen entdecken, macht mich das so glücklich! Ich hatte beim Entstehen der Einrichtung das Bild des „Direktors des Steinmetzbetriebs“ um die Jahrhundertwende (1800–1900) vor Augen, mit sowohl englischen als auch skandinavischen Einflüssen. Alles ist handverlesen und kuratiert – ich habe viele Stunden damit verbracht, Dinge auf Flohmärkten und Auktionsseiten zu suchen.“


Schwedischer Kachelofen im Schlafzimmer für extra Gemütlichkeit (und schön sieht es auch noch aus!)
Gleich neben der Küche liegt das Hauptschlafzimmer – und hier wartet ein ganz besonderes Detail des Hauses: ein schwedischer Kachelofen, weiß, breit, massiv. Auf Öland kann es selbst im Sommer nachts frisch werden. Im Herbst oder Frühling erst recht. Der Gedanke, mit einem leise knisternden Ofen im Schlafzimmer einzuschlafen, fühlt sich gleich richtig „mysigt“, gemütlich an.
Die Tapete in diesem Raum verdient übrigens extra Aufmerksamkeit. Warmbraun, mit einem dezenten Muster, das an schwedischen Retro-Druck der Siebziger erinnert – mutig genug, um aufzufallen, ruhig genug, um nicht zu nerven. Und für alle zum Mitschreiben: farbige, gemusterte Tapeten sind sehr, sehr schwedisch – und vor allem aus alten schwedischen Häusern nicht wegzudenken.


Oben: Klassische schwedische Dachzimmer, die trotzdem größer wirken
Eine Treppe führt ins Obergeschoss, das sich in einen kleinen Sitzbereich und ein zweites Schlafzimmer aufteilt. Hier begegnet man wieder dem weißen Holzpaneel – diesmal mit dunklen Balken als Gegenpol. Das Bett liegt ruhig darunter. Weil es unter den niedrigen Dachschrägen schwedischer Häuser mitunter recht dunkel werden kann, wurden die schrägen Wände bis unter den Giebel weiß gestrichen – und schon wirkt alles luftiger und heller. Christin hat hier zudem schöne Vintage-Funde kombiniert, für extra viel Gemütlichkeit.



Öland entdecken: was dich rund um den Hof erwartet
Stenhuggarens Gård liegt in der Nähe des Naturschutzgebiets Stenkyrkehuk an der Steinküste – mit dem Fahrrad erreichbar, was auf Öland ohnehin die schönste Art ist, sich fortzubewegen. Wer möchte, besucht Solliden, das Sommerpalais der schwedischen Königsfamilie, das zur Saison geöffnet ist. Und wer einfach nur sitzen will – am Pool, mit Blick auf die Felder, irgendwo zwischen Mittsommar und Abendstille – findet hier genau den richtigen Platz dafür.

Du bist auf der Suche nach schwedischen Sommerhäusern? Dann schau dir auch dieses hier auf Gotland an oder dieses in Småland.
Fotos: Stenhuggarensgård


