Diese schwedischen Wörter für „Zuhause sein“ bräuchten wir unbedingt auch

Einfach nur zu Hause bleiben fühlt sich faul an? In Schweden ist es ein absolut legitimer Plan, seine Freizeit zuhause zu verbringen – und es gibt dafür sogar eigene Begriffe!

Einfach nur zuhause rumhängen hat ja nicht immer den besten Ruf. Man hat schließlich Pläne zu machen, Verabredungen zu treffen, etwas zu „erleben“. In Schweden ist das Zuhause sein hingegen ein Ding: in einem Land, in dem Entfernungen teilweise groß und die Winter lang und dunkel sind, ist es manchmal schlicht die beste Option, zuhause zu sein und es sich dort gut gehen zu lassen. Zuhause sein ist das neue Ausgehen.

Deshalb gibt es im Schwedischen auch so wunderbar viele Wörter rund ums Zuhause sein – Wörter, für die wir im Deutschen oft gar nichts haben, was so richtig dazu passen würde. Dabei geht dem gemütlichen Abend auch in Schweden meist ein ziemlich aktiver Tag voraus: Job, Sport, frische Luft, Wäsche machen, das ganz normale Leben eben. Der schwedische Alltag wird am Abend und am Wochenende aber dafür umso bewusster verlangsamt und darf gemütlich ausklingen. Und das Beste ist: das könnt ihr alle auch in euer Leben bringen, dafür muss man nicht auf die nächste Reise nach Schweden warten. Hier sind drei sehr schwedische Arten, für „zuhause sein“.

Fredagsmys – der entspannteste Start ins Wochenende

Statt großer Pläne gibt es freitags in Schweden Fredagsmys, die Freitagsgemütlichkeit – es sich zuhause gemütlich machen, lecker essen, es schön zusammen haben. Einfach so. Die Extraportion an Gemütlichkeit. Man macht es sich zuhause schön, kocht etwas Leckeres, zündet Kerzen an. Es geht nicht darum, etwas Besonderes zu leisten, sondern einfach darum, es sich gutgehen zu lassen – gemeinsam mit der Familie, dem Partner oder ganz allein. Das beste daran: nach einer Woche voller Leistung bringen, Termine und To-Dos, nimmt das Fredagsmys allen Druck, auch noch am Wochenende performen zu müssen und „was tolles zu unternehmen“.

Hemmakväll – der Abend zuhause

Warum gibt es im deutschen eigentlich kein Wort für „den Abend zuhause verbringen“? Hier in Schweden ist das ein Ding: Den Abend zuhause zu verbringen ist immer ein guter Plan. Keine Notlösung, sondern eine bewusste, gute Entscheidung. Da braucht man keine Rechtfertigung, kein schlechtes Gewissen, dass man „mal wieder nichts vorhat“. Zuhause ein Glas Wein, nette Gesellschaft, vielleicht den Kanin anmachen und den Abend nicht mehr vor die Türe zu müssen. Ist das nicht eine herrliche Vorstellung, wenn es draußen dunkel und ungemütlich ist?

Soffhäng – die Kunst des Nichtstuns

„Auf dem Sofa rumhängen“ klingt erstmal etwas faul und wenig glamourös. In Schweden aber ist Soffhäng die charmante Art zu beschreiben, wie man eine gemütliche Zeit auf dem Sofa verbringt – eingekuschelt in eine weiche Decke, vielleicht mit einer guten Serie oder einfach mit den eigenen Gedanken. Das ist nicht faul, sondern gut für die Seele. Und das können wir uns wirklich von der nordischen Lebensart abschauen: Sie erlaubt uns, das Nichtstun nicht länger als Schwäche zu empfinden, sondern als das, was es wirklich ist – eine bewusste, wohlverdiente Pause.

Drei kleine schwedische Worte, ein großes Gefühl: Gelassenheit beginnt nicht auf der nächsten Reise, sondern schon heute Abend – zuhause, auf dem eigenen Sofa.

Share: