Schweden zelebrieren ihre Auszeiten: als Fika mit Kaffee, als Wanderung mit Beerenkorb, als langer Sommerabend mit Lektüre – oder mit Notizbuch. Willst du auch? Dann mach mit beim kostenlosen Online-Schreibworkshop von unserer Gastautorin und Spiegel-Bestsellerin Christiane Stella Bongertz.
Ohne Fika geht in Schweden gar nichts. In Unternehmen wird pünktlich um 9:30 Uhr und noch einmal um 14:30 Uhr alles stehen und liegen gelassen, um gemeinsam der berühmten Kaffeepause zu frönen. Doch grundsätzlich finden Schwedinnen und Schweden auch zu jeder anderen Tages- und Nachtzeit eine Tasse Kaffee zu einem leckeren Gebäckstück lagom – genau richtig.
Weniger Arbeit, mehr Ergebnis – und Wohlbefinden
Während in Deutschland gegen Teilzeit gewettert wird, waren die Schweden auch mit die ersten, die eine Vier-Tage-Woche im größeren Stil getestet haben. Erste Studien zeigen ermutigende Ergebnisse: Die Produktivität blieb trotz kürzerer Arbeitszeiten gleich – oder stieg sogar. Was auch stark stieg, war das persönliche Wohlbefinden, während Stressgefühle und Krankenstand sanken. Damit passt das Motto schwedischen Designs nun offiziell auch aufs Arbeitsleben: Weniger ist mehr!
Auch Urlaub wird im Norden zelebriert. Um den magischen schwedischen Sommer mit überbordener Natur, flirrender Luft und langen hellen Tagen auch wirklich auskosten zu können, haben die Kinder neun Wochen am Stück Sommarlov – Sommerferien. Ganz so lang nehmen sich die Erwachsenen meist nicht frei, aber Familienferien von vier oder fünf Wochen sind keine Seltenheit. Keine Arbeitgeberin und kein Arbeitgeber guckt da komisch – die sind ja selbst in ihrem Sommerhaus oder fahren im Campingbus durch ihr schönes Land.

Schwedinnen und Schweden sind immer in Bewegung
Allerdings liegen Schwedinnen und Schweden in ihrer freien Zeit nicht (nur) faul auf dem Sofa. Eine der schwedischen Leidenschaften ist das Friluftsliv, das aktive Leben an der frischen Luft. Ursprünglich eine in Zeiten der Industrialisierung geborene Bewegung, damit Beschäftigte in Fabriken gesund und leistungsfähig blieben, gehen die Menschen in Schweden leidenschaftlich gern raus in die Natur. So ist der Morgondopp oder der Kvällsdopp – das morgendliche oder abendliche Bad in einem See oder im Meer – ein gesamtschwedisches Ritual. Nirgendwo sonst ist es völlig normal, dass Menschen in Bademänteln mitten durch Städte wie Malmö oder Stockholm spazieren.
Sich draußen zu bewegen – motionera – ist ein schwedisches Grundbedürfnis: Im Winter stellen sich die Schwedinnen und Schweden auf ihre Ski oder Schlittschuhe. Im Sommer wandern, joggen, radeln, schwimmen oder rudern sie mit Leidenschaft – und verbinden dabei gerne das Nützliche mit dem Angenehmen: Das Sammeln von Pilzen und Beeren erfreut sich zum Beispiel großer Beliebtheit. Und es ist im auf gegenseitige Unterstützung gepolten Schweden sicher kein Zufall, dass hier auch das „Plogging” erfunden wurde, der Mix aus Jogging und Auflesen (plocka upp) von Müll.

Bücher lesen – und schreiben: zwei nordische Lieblingsbeschäftigungen
Die viele Freizeit tut aber auch der geistigen Bewegung gut. Viele Menschen im Norden nutzen sie zum Lesen oder Hören von Büchern. Fast die Hälfte der schwedischen Bevölkerung beschäftigt sich täglich mit einem Buch – gedruckt, als Hörbuch oder E-Book. Außerdem hat Schweden eine lebendige Bibliothekskultur mit Theateraufführungen, Kursen und Lesungen. Jede Bewohnerin und jeder Bewohner Schwedens war 2024 und 2025 im Schnitt je 4,6 Mal in einer Bibliothek. Zum Vergleich: In Deutschland liegt der Wert bei 1,3.
Doch in Schweden wird nicht nur gern gelesen, sondern auch geschrieben. Schreibkurse haben hier einen festen Platz – insbesondere in Form von Sommerkursen an schönen Orten, wo sich das Friluftsliv draußen und das Leben drinnen gegenseitig befruchtet.
Eine von Schwedens Krimiköniginnen, Camilla Läckberg, hat ihre Krimilaufbahn in einem Schreibkurs begonnen, ebenso wie Karin Smirnoff, die nach David Lagercrantz Stieg Larssons Millennium-Reihe übernahm. Aber sogar ein Sachbuchautor wie der Astrophysiker Jonas Enander, der mit Mörkret och människan (Die Dunkelheit und der Mensch) ein sehr erfolgreiches Buch über Schwarze Löcher geschrieben hat, hat so angefangen.

Gratis-Online-Workshop Sommarskrivning – der „Ja-ha!“-Moment für dein Schreiben
Falls du jetzt Lust auf Schweden und Schreiben bekommen hast und vielleicht schon lange vom eigenen Buch träumst: Unsere Gastautorin und SPiegel-Bestsellerin Christiane Stella Bongertz lebt seit 18 Jahren in Schweden. Sie hat als Autorin, Co-Autorin und Ghostwriterin schon 30 Bücher geschrieben und mitgeschrieben. Davon waren 14 Spiegel-Bestseller.
Am 20. Mai um 18 Uhr bietet sie den schwedisch inspirierten kostenlosen Online-Schreibworkshop Sommarskrivning an – den „Ja-ha!“-Moment für schreibende Schwedenfans (Du weißt ja: Schwedinnen und Schweden sagen nicht „A-ha!“, sondern „Ja-ha!“).
Im Workshop lernst du unter anderem, wie du mit kurzen Schreibmomenten in eine Schreibroutine findest, wie du die schwedische Fika fürs Schreiben nutzen kannst – und warum dein Buchprojekt oft überschaubarer wird, sobald du nicht nur den ganzen Wald siehst, sondern auch den Weg durch die Bäume. Du bekommst einen leichten, konkreten Anstoß, der aus „Irgendwann schreibe ich“ ein „Ich fange an“ machen kann.
Hier kannst du dich kostenlos anmelden
Außerdem stellt Stella kurz ihren Vor-Ort-Workshop Mittsommer-Schreibflow vom 17. bis 19. Juni in Helsingborg vor. Für Teilnehmende des Online-Workshops gibt es eine exklusive Buchungsmöglichkeit zum Spezialpreis für Kurzentschlossene.
Fotos: Jess Bailey, Fredrik Ohlander, Lena Polishko


