Sommerhaus im Stockholmer Schärengarten – mit Bettschaukel

Nicht alle Schwedenhäuser sind rot: Manche ziert ein dunkles Grau, perfekt passend zu den Felsen im Stockholmer Schärengarten – wie dieses Sommerhaus auf der Insel Dalarö. Komm mit zur Hausführung.

Wer Schwedenurlaub sagt, denkt oft an rote Holzhäuser, Seen und Wälder. Stimmt schon, die gibt es. Aber gerade im Stockholmer Schärengarten sind die Farben der Häuser viel vielfältiger: zartes Gelb, Beige, Pistaziengrün – oder Grau. So schmiegen sich die kleinen und großen Häuschen auf den vielen tausend kleinen Inseln, zwischen die warme Felsen. Und Meer überall dazwischen. Viele der Häuser sind Sommerhäuser, die nur im Sommer oder während der wärmeren, helleren Monate bewohnt werden. Eines davon ist dieses hier, Baujahr 1968. Die Besitzer vermieten es über Airbnb, wenn sie nicht gerade selbst drin wohnen. Wir haben uns mal umgeschaut.

Grau, Holz, Felsenküste: So sieht ein entspanntes Sommerhaus bei Stockholm aus

Die Fassade ist in dunklem Grau gehalten und wenn man genau hinsieht, dann zieht sich die Farbe durch das ganze Interior, innen im Haus. Kombiniert mit Weiß und Holz, spiegeln sich die Farben der Natur im Inneren des Hauses wider. Was zunächst dunkel klingt, verwandelt sich ins Gegenteil, wenn man die weiß gestrichenen Holzwände hinzuzieht und mit zarten Deko-Elementen kombiniert. Die Farben und Oberflächen wurden bewusst so gewählt, dass sie die Landschaft draußen nach drinnen holen: die rauen Felsen, den dichten Wald, das stille Wasser. Drinnen und draußen fließen ineinander, fast ohne dass man es bemerkt. Das liegt natürlich auch an den großzügigen Fensterfronten, die den Blick in die Natur freigeben. Und die sich im Sommer ganz öffnen lassen, so dass man ein gigantisches Wohnzimmer durch Terasse und Garten dazubekommt – wenn das Wetter mitspielt. Das tut es aber übrigens ziemlich oft in Schweden, die Sommer sind längst nicht so verregnet und kalt, wie der Ruf immer noch verbreiten will.

Sauna, Bettschaukel, Meerblick: Der Außenbereich eines schwedischen Sommerhauses

Und so bekommt dieses Haus sogar einen fast tropischen Touch: Denn wenn die Sonne rauskommt — und im schwedischen Sommer kann das Licht so unglaublich schön sein — dann will man eigentlich gar nicht mehr drinnen sein. Auf der Terrasse wartet eine Bettschaukel. Ja, richtig gelesen und gesehen: eine Bettschaukel! Kennt man sonst eher aus Asien, oder? Dazu eine Hängematte und ein Grill. Mehr braucht es wirklich nicht für einen perfekten Sommerabend. Und wenn es kühler wird, gibt es eine holzbefeuerte Sauna. Klar.

Nordisches Interior auf den Punkt: Dieses Daybed macht den Raum

Aber es wäre viel zu schade, sich das Haus nicht auch von innen anzusehen: Das Wohnzimmer hat ein Daybed – wie herrlich ist das? Einfach daliegen, ein Buch aufschlagen und den Nachmittag verschwinden lassen. Kein Stress, keine Ablenkung, nur der Blick auf Wald und Wasser. Die Hausbesitzer haben die Möbel mit Bedacht gewählt: Holz und Leder, aber nicht schwer. Natürliche Materialien, durchdachtes Design, kleine Details, die über viele Jahre zusammengesammelt wurden. Leuchten, die mit zarten Glas- und Metallelementen einen modernen Look reinbringen.

Nordische Küchen sind unaufgeregt, aber nie langweilig

Die Küche ist unaufgeregt, aber ist dir aufgefallen, dass die Küchenwände die Farbe der Außenfassade aufgreifen? Das beste Beispiel dafür, wie man ein Farbkonzept durchgängig durchhält. Dazu dunkle Fronten, Holzarbeitsplatten, offene Regale. Kein Schnickschnack, kein Luxus. Obwohl es natürlich ziemlich luxuriös ist, im Schärengarten rumzusitzen, sich leckeres Essen kochen zu wollen, aber erstmal ein Glas Wein trinkt und vergisst, dass man eigentlich schon längst hätte anfangen sollen, die Zwiebeln zu schneiden.

Schlafen im Schärengarten: Das Schlafzimmer

Im Schlafzimmer setzt sich das Farbschema fort, das im Rest des Hauses begonnen hat: Eine Bank am Fußende des Betts, gedämpfte Farben, Lampen die warm leuchten. Alles in Grau- und Erdtönen, die den Raum tief und ruhig wirken lassen. Und wenn man die Fenster öffnet und die frische Luft des Wassers hineinweht, dann schlummert man besonders tief.

Urlaub bei Stockholm: Mit dem Sommerhaus auf Dalarö direkt am Wasser

Wer noch nie im Schärengarten war, sollte das schnell ändern. In kaum einer Großstadt ist man so schnell draußen in der Natur. Viele der Inseln sind von Stockholm aus bequem per Fähre erreichbar und bieten eine Ruhe, die man in der Stadt schwer findet. Kein Wunder, dass sehr viele Stockholmer hier draußen ein Sommerhaus haben. Nicht immer ist es so groß und bestens ausgestattet, wie dieses hier. Aber es geht um etwas anderes: Das draußen in der Natur sein, abschalten, Vögel zwitschern hören, baden gehen. Wanderwege ziehen sich durch Wald und über Felsen, im Sommer liegt man auf warmen Steinen direkt am Wasser, und abends kehrt eine unglaubliche Stille ein. Und das, obwohl Dalarö zu den größeren Inseln gehört. Mit Supermarkt, Café und trotzdem überschaubar, grün, mit Blick auf das offene Wasser. Schwierig, dass man doch irgendwann wieder nach Hause muss.

Lust auf mehr Sommerhäuser? Dann schau Dir doch mal dieses Schmuckstück auf Gotland an oder dieses in Småland.

 

Fotos: Malin Gäfvert

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